konzert #24: haiyti @ grelle forelle | 10.03.2018

an einem frühlingshaften samstag abend sorgte die gehypte rapperin „haiyti“ aus hamburg für volles haus in der grellen forelle.

„wir haben heute risikopublikum“ sagte die dame hinter der bar zu ihrem kollegen und füllte mein bier liebevoll von der glasflasche in den plastikbecher um. „risikopublikum“ also. das wort gefiel mir so gut, dass ich am liebsten sofort ein t-shirt damit bedrucken lassen wollte. aber es war samstag abend, und es standen erst mal konzerte auf meinem programm. und zwar von support-act „einfachso“ und der hauptattraktion des abends, nämlich „haiyti“. aber bevor es los ging musste erst mal viel zeit vergehen.

einfachso“ rappte solide dahin und versuchte die noch dünn besiedelte grelle forelle anzuheizen. er machte das ganz gut, und wenn ich die augen schloss fand ich auch seine musik ganz okay, nur wenn ich die augen wieder öffnete, hatte ich das gefühl einen schuljungen vor mir zu haben. irgendwie mag ich lieber rapper, die schon gefestigter bestechen, sich als marke präsentieren und nicht wie frisch von der schulbank wirken. aber augen zu und durch – und dann war’s auch richtig annehmbar.

aus erfahrung weiß ich: wenn man einen guten platz in der forelle ergattern will, muss man dieses vorhaben spätestens nach ende des support-acts vollziehen. deswegen schlängelte ich mich nach dem letzten ton von „einfachso“ bis nach vorne in die erste reihe und unterhielt mich zur überbrückung mit den menschen, die neben mir standen. zugegeben, ich war ein bisschen ungeduldig, weil sich an dem abend alles nach hinten verschoben hatte. aber als dann endlich die dame im weißen outfit samt schwarzen punkten und basecap auf die bühne jumpte, war ich erleichtert. mein erster eindruck der rapperin sagte mir, dass „haiyti“ mega-motiviert wirkte und meine stehplatz-nachbarn leider ebenso, die mir vorher noch versicherten mich nicht zu stoßen (wegen der fotos, die ihr weiter unten sehen könnt) und ihr versprechen aber leider nach den ersten takten sofort brachen und völlig ausflippten. ach kinder.

ich hielt durch zwischen den eskalierenden jugendlichen und war währenddessen sehr beeindruckt von der hamburgerin, die gekonnt zwischen rap und pop balancierte und auf der bühne regelrecht herumwirbelte. ich versuchte mich der ekstase während dem hit „mafioso“ in den vorderen reihen anzuschließen, aber schaffte das nicht wirklich. entweder war ich zu wenig betrunken oder mein bewegungsapparat fühlt sich eher bei anderer musik aufgefordert, wie wild herumzuhüpfen. i don’t know. als dann auch noch plastikschnapsgläser ausgeteilt wurden, brachte ich mich in sicherheit und kämpfte mich minutenlang durch das zum bersten volle donaukanal-lokal bis zum hintersten ende.

und dort, ganz hinten, verfolgte ich nicht nur das restliche konzert, sondern fand mich auch in gesellschaft ähnlicher altersgruppen. wahrscheinlich war das ein grund, warum die dichte der tobenden menschen etwas weniger wurde. aber auch die sichtversperrenden säulen in der forelle trugen vermutlich mitschuld, warum sich die ekstase nicht auf alle besucher ausbreitete. wie auch immer – ich war dennoch angetan von haiyti, weil ihr gangstapop für mich, als eigentlich-indie-rock-liebhaberin, der beste kompromiss war, mich endlich wieder mal auf ein sprechgesangskonzert zu begeben. dass sie trotz aller bemühungen auf eine müde menschenmenge traf, ist ein typisch österreichisches phänomen, meiner meinung nach. das gefürchtete, auszuckende risikopublikum blieb aus – ob das nun positiv oder negativ ist, sei dahingestellt.

als fazit muss ich sagen: ich fand das konzert echt gut, hab von dem zeitboy-malheur zum glück nichts mitbekommen (vermutlich war ich da gerade auf der toiellte) und war beeindruckt wie sich die dame auf der bühne gab und wieviele catchy songs sie bereits im repertoire hatte. dass sie ihre hits bereits am anfang rausschoss, war vielleicht nicht der beste schachzug, aber haiyti kann sich glücklich schätzen, dass alle ihre songs sehr eingängige ohrwürmer sind. alles in allem: ich freu mich auf ihren nächsten gig!

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