hosted by katrin | konzert: naked cameo @ grelle forelle | 02.03.2018

die oberösterreichische band „naked cameo“ zelebrierte an jenem freitag abend in der grellen forelle das erscheinen ihres debütalbums „of two minds“ – obwohl sie bisher erst vier songs veröffentlicht hatten schaffte die junge band es, ihre show restlos auszuverkaufen und auf ganzer linie zu überzeugen.

als support act eröffnete futuresfuture-label-kollege edwin die stage. als opener des abends wurde „in dir“ präsentiert. die forelle war schon ziemlich gut gefüllt und edwin bewegte sich auf der bühne souverän zum beat. seine langen haare hatte er zu einem dutt gebunden, sein fancy outfit saß perfekt. nach ende des ersten songs begrüßte er das publikum und verriet lachend, dass die eben gehörte nummer gar nicht geplant war.

gleich darauf spielte er den „ersten richtigen song“: „vroom“ und verwandelte die stage zu einem formel 1 austragungsort, direkt neben dem wiener donaukanal. „nehmt’s eure liebsten in den arm, denn jetzt wird es traurig!“ kündigte edwin den nächsten track an. das publikum ließ sich sofort auf seine musik ein und bewegte sich langsam und schwebend im takt. passend zu seinem hellblauen hemd mit wellen, erklang „ocean“ aus den boxen. (niemand kann so schön pfeifen. schwöre!) nachdem die ganze crowd lauthals bei „gentlemen“ seinen namen buchstabiert hatte, öffnete edwin für den letzten song seine haare und ließ seine mähne über die schultern fallen. ich bin mir ziemlich sicher, der eine oder andere im raum, war nun ziemlich neidisch auf seine haarpracht. zu recht!

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als die band der stunde endlich die bühne betrat, wurden sie durch tobenden applaus ihrer fans willkommen geheißen. die location war so voll, dass das publikum in allen erdenklichen ecken bis hin zu den gängen gestanden ist. als die lichter angingen und naked cameo auf der erleuchteten bühne zu sehen waren, herrschte ein totaler ausnahmezustand an guter stimmung. die anordnung der songs auf der setlist, glichen der des albums und harmonierten perfekt. bei der zuletzt veröffentlichten videosingle „pocket dial“ schrie maria solberger (synths), immer wieder kurz und schrill in ihr mikrofon. als echo/antwort kamen immer noch(!) schrillere schreie aus den ersten reihen des publikums, ein einsilbiger dialog entstand.

als besonderes „zuckerl“ dieses abends, warf die gruppe ein exemplar des frischen debüt albums in die menge und verloste dieses auch mehrmals auf instagram. die stimmung konnte nicht besser sein! „coming for me“ erklang aus den boxen und plötzlich tanzten alle ausgelassen zum refrain. die grelle forelle verwandelte sich in kürzester zeit zu einem dancefloor und es wurde ziemlich schnell sehr heiß. in einer kurzen verschnaufpause bedankte sich der sänger bei allen menschen, die sie auf ihrem weg bis zum ersten album begleitet haben und bekam ein ewig andauerndes klatschen und freudenschreie voller dankbarkeit zurück.

nach ankündigung der letzten nummer, kam ein schwall voller enttäuschung und empörung in richtung der oberösterreicher. jemand sagte sogar total entsetzt „nooo way!“. sänger lukas maletzky’s finger verschmolzen beim abschlussong „phony“ regelrecht mit den saiten seiner gitarre. er ging in die knie, wippte euphorisch zu den synths und rockte mit den klängen seines instruments die bühne. es war laut. sehr laut!

zum abschied verbeugte sich die band vor der motivierten wiener crowd und starrte ihnen etwas ungläubig und unfassbar dankbar entgegen. natürlich folgten nach einem ausgedehnten beifall, auch eine nicht weniger laute aufforderung für eine zugabe. ein zweites mal an diesem abend, jagten sie total energiegeladen und voller spielfreude „pocket dial“ durch die verstärker und bereiteten jeden anwesenden unvergessliche momente. „um uns noch einmal vorzustellen, wir sind naked cameo! es war sehr geil mit euch. danke!“ verabschiedeten sich die oberösterreicher noch einmal und das darauffolgende, ohrenbetäubende kreischen des publikums, erinnerte mich an ein ausverkauftes konzert einer international bekannten indie band.

obwohl die vier die bühne schon mehrmals verlassen hatten, blieben die fans hartnäckig. immer und immer wieder forderten sie mit pfiffen und lautem geschrei eine zugabe. natürlich wollte die band den leuten das geben was sie brauchten: musik von naked cameo! leider meinte es das karma nicht gut mit den musikern, denn plötzlich ging auf der bühne absolut gar nichts mehr. nach ein paar hektischen handgriffen der techniker stand fest: kein strom mehr. leider! betrübt und sprachlos verließen sie schmunzelnd die bühne. „wir haben offiziell die location gekillt!“

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text und fotos: katrin schmirler
https://www.instagram.com/katrinschmirler.photography/

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