konzert #17: alien ant farm @ szene | 25.02.2018

ein nostalgie-geschwängerter abend und das böse erwachen: „alien ant farm“ waren in der szene wien und konnten mit ihrem bühnencomeback nicht wirklich punkten.

okay, die voraussetzungen waren nicht ideal: draussen war es so eisig kalt, dass der weg von der ubahn zur venue einer nordpol-expedition glich und um das ganze noch zu verstärken, durfte ich auch noch magenschmerzen „begrüßen“. das war auch der grund warum ich beide vorbands sausen ließ und erst kurz vor gig-beginn von „alien ant farm“ in simmering auftauchte.

ich stellte mir die frage aller fragen: was würde mich und der rest der menschenmenge erwarten? und was „durfte“ man erwarten von einer band, die einen cover-hit hatte und sonst eher nicht mit ihrer karriere auffiel? zugegeben, ich war wie viele andere auch wegen diesem einen lied anwesend. von der restlichen setlist wollte ich mich überraschen lassen, das war zumindest meine überlegung.

die band wirkte zunächst noch motiviert als sie auf die bühne stürmten: mit „bad morning“ ging es los und man durfte sich auch gleich von wunderbaren rock-posen betören lassen. der sound präsentierte sich als typischer pop-punk der nuller jahre und ließ einen gleich mal in erinnerungen schwelgen. es war ein bisschen so, als würde man nach 20 jahren eine ruine seiner eigenen jugend besuchen – die überbleibsel erzählten an jeder ecke eine geschichte, doch war es die baufälligkeit, die einen immer wieder zurück in die realität holte. und genauso verhielt es sich mit dem auftritt von „alien ant farm“: so schön diese „alten klänge“ auch waren, so sehr merkte man auch, dass die band es kaum mehr mit leidenschaft vortrug, dass ihnen ihre musik ein bisschen egal gewesen war.

die belanglosigkeit haftete wie ein kaufgummi am schuh. sänger dryden vera mitchell zum beispiel wirkte so als würde er die ganze zeit seine texte ablesen. und wenn er mal zum publikum sprach, dann wirkte er leicht angepisst. okay, vielleicht auch ein bisschen zurecht, weil gerade mal 5-10 leute seinen aufforderungen beispielsweise zum klatschen folge leisteten. aber er hätte auch einfach ein bisschen mehr auf die menschenansammlung eingehen können, statt das set mit 0815-nummern runterzuspielen und zu erwarten, dass das eh schon schwierige wiener publikum, von selbst völlig ausflippt. frustrierte gemüter an beiden fronten waren vorprogrammiert.

nach bereits 50 minuten verschwand die band von der bühne und ratlose blicke machten sich breit – das war alles? gerade hatten sich noch hoffnungsschimmer gebildet, als ein sing-a-long-song versucht wurde und nun waren sie bereits verschwunden. zwei zugaben folgten noch, darunter natürlich das michael-jackson-cover „smooth criminal“. das war erwartungsgemäß richtig richtig gut und zum allerersten mal war wirklich so etwas wie gute stimmung zu spüren. aber diese gute stimmung war nur von kurzer dauer, denn nach der hit-performance war das spektakel zu ende.

alle drei bands spielten zusammen gerade mal knapp 2 stunden – relativ kurz wenn man mich fragt. und das lässt mich auch zu meiner schlussfolgerung kommen: manche bands sollte man einfach nur in guter erinnerung behalten und nicht versuchen, sie live zu sehen und sich in eine zeit zu beamen, die ewig lange zurück liegt. das feeling von damals aufzuwärmen funktioniert nämlich nur in den aller seltensten fällen. nostalgie schön und gut, aber bitte erwartungslos. zum glück hatte ich mich daran gehalten – sonst wäre am ende der graue schleier der enttäuschung über den guten alten zeiten gehangen. und so war es einfach nur ein schlechtes konzert, welches meine zeit gefressen hatte. damit konnte ich leben.

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