konzert #4: liima @ b72 | 21.01.2018

ein sonntag-abend-gig, der sich von „schau ma mal“ zu einem „wow, was für ein tolles konzert!“ mauserte – „liima“ spielten ihr erstes österreich konzert im b72 und begeisterten alle anwesenden.

mit äußerst wenigen erwartungen stolperte ich zum wochenend-ausklang in das bereits gut gefüllte lokal am wiener gürtel. „liima“ nannte sich das hauptabendprogramm und sämtliche musik von ihnen, die ich im vorfeld konsumiert hatte, empfand ich als ziemlich schräg und abgedreht. ich konnte mir beim besten willen nicht vorstellen, wie das live umgesetzt werden würde. aber an allen ecken und enden des internets wurde gemurmelt, dass die band aus dänemark und finnland, die zudem auch noch efterklang-mitglieder beherbergt, auf der bühne einfach nur großartig sein würde. aufgenommen skurril und live sensationell? dem wollte ich glauben schenken und war dem abend positiv gestimmt.

mit einer kleinen zeitverzögerung huschte die band durch die menschenmenge direkt auf die stage und begann mit „david copperfield“ vom aktuellen album „1982“ ihr aussergewöhnliches set. apropos aussergewöhnlich: nicht nur die töne, die zu ohren drangen ließen einen verblüffen, sondern auch das erscheinungsbild. von der glitzerweste des drummers, über den akkuraten schnauzer des herren am saiteninstrument bis hin zum khaki-overall des herren an der front: zusammengewürfelt und doch irgendwie stimmig präsentierten sich liima. das wichtigste accessoire war aber der durchgehende grinser von casper clausen – ich glaube mir ist noch nie ein fröhlicherer mensch untergekommen.

noch viele weitere attribute, neben den aussergewöhnlichen tönen, dem erscheinungsbild und dem dauergrinser, sorgten dafür, dass das konzert in seiner ganz eigenen weise unvergesslich wurde: ein sing-a-long-wort lautete zum beispiel „masturbate“, dass alle im raum singen mussten, auch die ganz schüchternen. oder das mikro, welches clausen einfach mal für eine gewisse zeitspanne nicht mehr aus seinem mund nehmen wollte. ausserdem wurde der gig in zwei teile geteilt, der erste teil bestand dabei zur gänze nur aus songs vom neuen, aktuellen album „1982“. danach wurde die bühne kurz verlassen um anschließend den zweiten teil mit dem song „your heart“ einzuleiten.

der beatlastige synthie-sound war manchmal so kurios, dass man sich fragte, wie das soundgebilde sich weiterentwickeln würde. der treibende, dahingaloppierende rhythmus war aber so dominant, dass man oftmals einfach weiterwippte, und sich sicher war, dass der entstehende song einen auffangen würde. und jedes mal war es so. jedes mal entstand ein kleiner gefühlsrausch. jedes mal strahlten die bandmitglieder über das ganze gesicht. jedes mal übten sich die besucher in respektvoller aufmerksamkeit. jedes mal dachte ich: wow, was für ein tolles konzert!

besonders eine dame im publikum fühlte die lieder so derart, dass ich ihre ausartenden bewegungen nie nachahmen könnte. ebenfalls nicht nachahmen konnte ich den frontmann clausen, der während dem song „amerika“ ins publikum wanderte und auf die bar kletterte und dort weiterperformte. als er mitteilte, dass er von diesem sonntag abend eigentlich nichts erwartet hatte und schließlich unglaublich positiv überrascht war, wurde das zusammengehörigkeitsgefühl zwischen der band und dem wiener publikum noch um ein vielfaches gestärkt. und genau so sollten konzertabende schlussendlich auch enden: unerwartet glücklich und unerwartet intensiv! für beide seiten. und das war mit sicherheit der fall! großartiges österreich-debüt, liima!

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