konzert #125: siamese elephants, buntspecht @ chelsea | 26.10.2017

kaum zu glauben aber wahr: die zwei eigentlich noch relativ unbekannten bands „siamese elephants“ und „buntspecht“ verkauften am nationalfeiertag einfach mal so das chelsea aus. ein bedeutsamer abend.

als ich das gürtelbogen-lokal am donnerstag abend betrat war ich, abgesehen von den barkeepern, so gut wie alleine. auch als eine dreiviertel stunde später die tore zum konzertraum geöffnet wurden, war die menschendichte noch mehr als überschaubar. aber es trudelten dann doch nach und nach konzertbesucher ein und ich platzierte mich mal vorfreudig ganz vorn bei der bühne.

mit etwas verspätung startete dann die band „siamese elephants„. ich kannte nur einige youtube-session-videos, die ich gut fand, aber die nicht auf ein konzert der jungen gruppe schließen konnten. und was dann kam, flashte mich richtig. bands, die noch nicht über viel bühnenerfahrung verfügen, strahlen dies auch meistens aus, bei siamese elephants war das aber absolut nicht der fall. im gegenteil: völlig natürlich bewegten sie sich über die bühnenbretter, spielten professionell ihre instrumente und ließen mich schlicht und einfach durchgängig staunen.

da war diese stimme, tief und voll, die mich an benjamin clementine erinnerte (mir fällt gerade niemand anderer ein mit einer ähnlich tiefen stimme) und da war das setting: einmal spielte frontmann alex am keyboard, dann griff er zur gitarre, ging in die knie und gab scheinbar wirklich alles. der melodische indie-rock erinnerte mich an artic monkeys und konsorten, doch das tiefe stimmorgan und der einsatz des tasteninstruments versetzte der gesamten band eine ganz besondere note. das merkten auch die anwesenden: das chelsea war schon dicht gefüllt und bejubelte die herrschafften von „siamese elephants“ – zu recht! hoffentlich bis bald mal wieder!

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ich konnte meinen augen nicht trauen: in der umbaupause drängten immer mehr leute in das gürtelbogenlokal, es waren kaum mehr freie zentimeter vor der bühne vorhanden. mit etwas verspätung starteten „buntspecht“ dann mit dem song „love love“, meine gedankenblase beinhaltete aber nur „uff, soviele menschen!“.

aber nicht nur ich schien überwältigt von der mittlerweile ausverkauften location zu sein, auch sänger lukas fand kaum worte dafür, was sich da abspielte. er sang lieber, gemeinsam mit seiner mannschaft, von „brennnesseln“ und vom „roten pfau“. die tollen, durchdachten texte entzückten mich mal wieder, besonders in erinnerung blieb mir diesmal „ich sag dir gern was ich meine, wenn du mir sagst worum es geht“. einfach und doch so philosophisch, auf den punkt gebracht und doch umschrieben. genau das ist die große stärkte von „buntspecht“: die sprache, das vermitteln und natürlich der unverkennbare spass am musik machen.

die musik war diesmal nicht nur, wie üblich, zwischen bossa nova, folk und wiener lied beheimatet, sondern beinhaltete diesmal auch neue stücke mit einem drum’n’bass-schlagzeugbeat. ja, auch das kann funktionieren, wenn es gut gemacht ist. buntspecht haben das nicht nur gut sondern sogar hervorragend hinbekommen!

mein all-time-highlight war aber wie immer das lied „briefbomben“ und die darin enthaltenen zwischenrufe der band. das hat mehr als nur spass gemacht! auch schön fand ich die band-vorstellung und natürlich die unglaublich gute stimmung, die im chelsea herrschte. es lag etwas in der luft, es knisterte: ja an diesem abend passierte etwas, es festigte sich nämlich die gewissheit, dass man um „buntspecht“ nicht mehr drum herum kommt.

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