konzert #97: m.i.a. @ bread & butter in berlin | 01.09.2017

am ersten september-wochenende ging ein sogenanntes „festival for style and culture“ in berlin über die bühne – die rede ist von der modemesse „bread & butter“, die neben oberflächlichen trends auch täglich unter-die-haut-gehende konzerte bot. am ersten tag durfte man sich da zum beispiel auf „m.i.a.“ freuen.

ihr fragt euch bestimmt wie ich als konzertbloggerin zu einem modeevent nach berlin komme? man glaubt es kaum, aber auch ich mache ab und zu bei gewinnspielen mit und dieses mal war die glücksfee anscheinend auf meiner seite: ich gewann eine reise nach berlin – flug, unterkunft und eintritt zu „bread & butter“ inklusive. zu meiner freude gab es nicht nur eine fette ausstellungshalle, bars, einen foodmarket, fashion-shows und -talks sondern auch konzerte. angekündigt hatten sich „m.i.a.„, „fka twigs„, „yung hurn„, „rin“ und „bilderbuch“ – eine bunte und durchwegs fashionbewusste mischung.

„bread & butter“ ist eine modemesse die im jahr 2001 ins leben gerufen wurde und anfangs nur fachbesuchern offen stand. im jahr 2015 wurde das event von der firma zalando gekauft und wird seitdem als „mode-festival“ für die breite öffentlichkeit angepriesen. mit einem tagesticket-preis von 20 euro durchaus leistbar und interessant, wenn man sich für mode interessiert. zumindest war das zunächst mein eindruck – ich wusste ja nicht was mich erwartet (ein resümee darüber gibts im nächsten bericht!).

mein hauptaugenmerk lag auf den konzerten – eh klar. dort aber reinzugelangen und einen platz in der limitierten halle zu ergattern war mit einem normalen tagesticket nicht getan – man musste sich mit einem code (der auf dem festivalband vermerkt war) online registrieren, danach bei einem der helpdesks ab 16 uhr anstellen, den chip auf dem festivalband über einen kleinen scanner ziehen und dann regelmäßig seine emails checken ob einem der eintritt zum headliner gewährt wird. dass das interesse an den acts enorm war und schlangen richtig lang wurden kann man sich wohl vorstellen.

durch die lange warteschlange verging viel zeit, einen ersten überblick verschaffen forderte ebenso viel zeit, dem hungergefühl nachgehen und sich zu entscheiden, was man essen sollte war ebenfalls keine leichte entscheidung und schließlich war es dann auch schon soweit sich auf den weg zur bread & butter halle zu machen, die extra für die fashion-shows sowie für die headliner-konzerte aufgebaut wurde. aber so easy reinspazieren konnte man auch hier nicht – zunächst getränke abgeben und email vorzeigen, ob man auch wirklich „rein darf“. dann nochmal anstellen und nochmal seinen chip über einen scanner ziehen. und dann folgte die nächste qual der wahl: wohin sollten wir setzen? das konzert fand am laufsteg statt, die besucher durften auf beiden seiten sitzen. rechts mitte erschien uns eine super idee und unsere füße freuten sich auf die wohlverdiente steh- und geh-pause. wir waren bereit für m.i.a.

wie so ein „konzert“ auf einem laufsteg wohl aussehen würde? diese frage wurde prompt aufgelöst. m.i.a. kam mit dj und tänzerinnen im schlepptau. nach einer aufheizerrunde des diskjockeys sowie ersten tanzeinlagen der tänzerinnern stolzierte auch die grande dame auf die „bühne“: in einer glitzernden hose, in einem glitzernden blazer und einer sonnebrille. sehr passend für so ein modeevent.

meistens ging sie nur auf und ab und ließ die tänzerische arbeit ihren mitstreitern übrig. sie musste sich ja auch auf das singen konzentrieren. ich war gerade dabei, mich „einzugrooven“, als m.i.a. durchs mikro sagte, es sollen doch bitte alle anwesenden tanzen – sowas in einer partystadt wie berlin zu sagen ist gefährlich. wenige sekunden später stürmte die hälfte der menschen den laufsteg, sie tanzten und umzingelten die sängerin. was zunächst noch nach spass aussah wurde schließlich ein problem für das sicherheitspersonal: die securities versuchten die tanzende meute von der sängerin fern zu halten, aber die selfie-menschen waren noch zu sehr mit der aufzeichnung des moments beschäftigt, dass sie die anweisungen schlichtweg ignorierten. aus sicherer entfernung beobachtete ich das spektakel und schämte mich für die gattung mensch.

angesetzt war die performance für 45 minuten, aber bereits nach 30 minuten war schluss: zu paper planes durften noch die imaginären waffen geschwungen werden und dann verschwand die truppe. keine zugabe. etwas enttäuschung. und gespräche mitbekommen, dass das „alles nicht geplant war mit den vielen menschen“. wie auch immer – war auf jeden fall mal interessant, ein „konzert“ in solch einer umgebung zu sehen.

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