konzert #80: of montreal @ fluc wanne | 18.07.2017

die schrille glam-band „of montreal“ traf auf den abgefuckten fußgängerunterführungsclub „fluc wanne“. mit sehr viel fantasie (und geschlossenen augen) fand man sich in einem schicken retro-club voller funky disco-tunes und smiling faces wieder. also mit wirklich sehr viel fantasie!

den sommer in geschlossenen räumen genießen? da muss der grund schon ein verdammt guter sein. am dienstag hieß der grund „of montreal“ und bewegte nicht nur mich in die fluc wanne. trotz des anscheins, dass es sich hier um ein kühles erdloch handeln könnte, wurde schnell klar, dass die schwülen temperaturen auch bereits dort reingekrochen waren. also bestand der erste weg darin, die bar aufzusuchen, während „naked cameo“ bereits gefühlsbehaftete indie-tunes durch den raum jagten. der zuschauerraum war noch dünn besiedelt, aber ich hatte gute hoffnungen an das wiener volk, dass sie sich aufraffen und auftauchen würden.

und tatsächlich: während ich mit einer freundin an der bar plauderte, strömten die menschen rein. die show von „of montreal“ konnte also losgehen! die ersten töne erklangen, die schwer-zu-begeisternden leute nickten etwas mit, aber wie pure freude sah das nicht aus. es lag etwas in der luft: vielleicht waren viele verblüfft, sänger kevin barnes in frauenklamotten und mit perücke zu sehen, ich war eher verwundert, dass es nicht noch bunter und auffälliger auf der bühne war. immerhin war das der ruf von of montreal, völlig freakig unterwegs zu sein. mal abwarten, lautete zumindest meine devise.

was aber schön anzusehen war: das herumspringen und die posen von kevin barnes. mal die hände in die luft, dann zur faust geballt und dann wieder kniend und betend am boden. das wiener publikum war leider immer noch verhalten. und dann verschwand der frontmann oder besser gesagt die frontfrau. hatte barnes keine lust mehr? oder was war los? die auflösung folgte nach wenigen minuten: kostümwechsel! ab diesem zeitpunkt dürfte es wohl klick gemacht haben, denn plötzlich entstand sowas wie euphorie, jubelnder applaus, begeisterung!

mit gitarre in der hand entwickelte sich der sound vom funk ein bisschen weiter zum rock. besonders hervorstechend: die basslines, die sich ganz groovy in den vordergrund drängten. schleichend aber doch wurde es disco-lastiger und immer mehr anwesende wagten es sich auch so zu bewegen. besonders tolle lichtspiele und ein weiterer kostümwechsel (und etwas nackte haut) feuerten die stimmung zusätzlich an. als schließlich der überhit „the party’s crashing us“ aus den boxen schallte, war niemand mehr zu halten. alle tänzelten herum, grinsten fröhlich und die glückseligkeit war wie eine epidemie: niemand entkam der guten laune.

für eine zugabe kam die band zurück auf die bühne, dann war leider schluss. aber die warme sommernacht zog einen eh hinaus, raus auf die fluc-terasse für weitere drinks oder nachhause. wie auch immer der abend für jeden individuell endete: of montreal war der gemeinsame glücksmoment, den man liebend gerne bald wiederholen möchte.

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