hosted by katrin | konzert: the living end, clutch, marteria, beatsteaks, die toten hosen @ rock in vienna | 05.06.2017

der ganze platz vor der bühne war noch voller federn, vom headliner des vortages. die sonne hatte das regenwetter besiegt und endlich wurde es wieder etwas wärmer. als die australische rockband the living end auf die bühne kam, hatten es sich schon viele menschen am boden gemütlich gemacht und hörten sich das konzert aus einer kleinen entfernung an. zum glück standen aber auch genügend leute vor der bühne und begrüßten den ersten act des letzten tages mit applaus. sie starteten gleich einmal mit einem song, bei dem einer der musiker mit beiden beinen auf seinem kontrabass stand und währenddessen auch noch spielte. ich war sprachlos und geflasht, über die tatsache, dass er das gleichgewicht halten konnte und nicht schon nach ein paar sekunden am boden lag.

als es hieß, dass man jetzt gleich country musik zu hören bekommen würde, begannen die vorderen reihen zu klatschen und jubelten ihnen zu. sie machten tolle musik und schafften es damit, gleich gute stimmung zu erzeugen. ein höhepunkt der show war, als sänger chris cheney nicht mit den fingern sondern mit einer ganzen flasche über die saiten am gitarrenhals glitt und unbeschreibliche töne erzeugte. offenbar sah man das im publikum genau so, denn man überhäufte ihn mit applaus.

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die sonne brannte vom himmel und schon nach den allerersten songs brannte die musik in meinen ohren. noch nie hatte ich so einen lauten auftritt gehört, aber wahrscheinlich gehörte diese lautstärke zu einer bekannten rockband wie the clutch einfach dazu. ohne viel gerede, einer großartigen bühnenshow ohne besondere highlights, rockten sie die donauinsel. sie spielten einen soliden und großartigen gig. die menschen vor der bühne waren sofort in ihrem bann und man spürte die spielfreude, die die musiker hegten. sie spielten so schnell, laut und gut, dass die letzten gitarrenklänge noch immer nachhallten, als sie die bühne in wien schon längst verlassen hatten.

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erst vor ein paar tagen hatte marteria sein neues album „roswell“ und einen eigenen film veröffentlicht. nun stand er endlich wieder für festivals auf der bühne und gab ab der ersten sekunde 110%. die crowd stieg sofort in die rap parts ein und verbreitete eine ausgelassene stimmung. neben seiner band und seinem backup, hatte er auch noch drei background sängerinnen mit in wien. als überraschungsgast kam bei „aliens“ arnim von den beatsteaks auf die bühne und performte seinen part als „teutilla“. die menge kreischte und marteria meinte, dass er frisch aus der donau kommen würde.

er bahnte sich einen gang durch die menge und sang den nächsten song zwischen seinen fans. als er beim crowdsurfen durch die menge getragen wurde, erkannte man, dass sein shirt überall zerissen war und kleine löcher hatte. wieder zurück auf seinem platz, stimmte er „marteria girl“ an. jeder sang mit und alle männer wurden aufgefordert eine frau auf die schultern zu nehmen. um das gleichgewicht zu erhalten, wurden aber auch alle starken frauen dazu aufgefordert ihren männliche begleiter auf den schultern zu tragen.

ein riesen circle bildete sich bei „das geld muss weg“, man lief wirr durcheinander und rempelte sich gegenseitig an. auf die textzeile „oh mein gott dieser himmel, wie komm ich da bloß rein?“ antwortete marteria mit „das ist doch schon der himmel wien!“ und bekam sofort wieder heftiges gekreische, als antwort. bei „kids (2 finger an den kopf)“ drehte er der crowd den rücken zu, zog seine hose runter und präsentierte für eine sekunde seinen blanken arsch. ich hoffe ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass er es zum ersten mal während des festivals geschafft hatte, eine atemberaubende stimmung zu schaffen, bei der jeder dazu beitrug.

ein weiterer überraschungsgast war miss platnum, die bei „lila wolken“ plötzlich auf der bühne stand. bei „die letzten 20 sekunden“ sprangen wirklich alle gleichzeitig in die höhe. campino, der sänger von den toten hosen erschien neben marteria und feierte ausgelassen mit. zum abschluss eines großartigen auftritts, zog sich marteria sein shirt über den kopf und sprang in die menge.

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sänger arnim von den beatsteaks trug einen weißen bucket hat und einen dunkelblauen pullover. hinter ihm sah man die buchstaben „btstks“ mit einem roten leuchtenden rand vor einem silbernen vorhang. nach dem dritten song verabschiedete die crowd die fotografen im fotograben und er schrie euphorisch „ab jetzt sind wir privat!“ in die menge. er forderte auf diese „scheiß handys“ für eine stunde wegzulassen und das leben zu zelebrieren. das publikum ließ sich darauf ein und bewegte sich ausgelassen zur musik.

arnim sprang mit seinem mikro über die bühne und drehte die kamera ins publikum. während man die fans auf den videowalls sah, meinte er „wir spielen jetzt einen neuen song! die latte liegt hoch!“. er freute sich außerdem, auf der gleichen bühne wie seine freunde und musikerkollegen zu stehen und beschrieb den tag als „schönsten tag vom ganzen wochenende“. da seine mutter an diesem tag geburtstag hatte und er wieder einmal nicht zuhause war, sendete er ihr einfach einen geburtstagsgruß von der bühne aus. die volle eskalation gab es nach den worten „1, 2, 3, 4 und man hört uns gleich bis fucking rock am ring!“ bei denen alle die hände in den himmel warfen und anfingen zu springen.

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bevor die toten hosen auf die bühne kamen, wurde auf den videowalls zur einstimmung ein auto gezeigt, dass bei einem schild mit der aufschrift „wien“ vorbei fuhr. rechts und links kamen banner in die höhe und trugen die aufschrift „bis zum bitteren ende“. als die band endlich die bühne betrat, fingen erwachsene fans an, wie teenies zu kreischen und hielten ihre handys in die höhe. „einen wunderschönen guten abend wien!“ begrüßte campino die fans, die den ganzen platz eingenommen hatten. noch bei keiner band der tage zuvor, war die donauinsel so sehr mit menschen gefüllt. fans schwangen fahnen im publikum und experimentierten mit grünem rauch und licht. man konnte großartige visuals sehen und von vorne bis ganz nach hinten herrschte eine gute stimmung. bei jedem lied konnte die mehrzahl der anwesenden mitsingen und tat es auch.

campino und seine band brachten so eine gute laune mit nach wien und ich musste mir eingestehen, dass ich selten so einen zusammenhalt zwischen einer band und ihrem so großen publikum gesehen habe. obwohl er das sonst eigentlich nicht machte, gab es vor „bonny & clyde“ eine kleine durchsage und das lied wurde an diesem abend zwei menschen gewidmet. während „alles wird vorübergehen“ schunkelte man im takt und hielt feuerzeuge mit ihrer kleinen flamme richtung himmel. campino filmte die stage und die crowd mit einer kleinen kamera und meinte, dass sie sich dieses video, mit allen guten momenten von 2017, bei der weihnachtsfeier ansehen werden. er erzählte uns außerdem, dass er zuletzt auf der donauinsel war, als falco hier 1993 gespielt hatte, bevor es mit „alles aus liebe“ und einem wunderschönen gemeinsamen singchor beim refrain, weiterging.

als die menge anfing „nazis raus!“ zu schreien, hielt campino sein mikrofon in die menge, damit diese botschaft auch wirklich jeder mitbekam. „1982 war es mehr als ein lied, es war philosophie! 35 jahre danach kann ich sagen, wir haben uns keinen fucking cm weiterentwickelt!“. die menge stimmte für diese aussage zu und „eisgekühlter bommerlunder“ dröhnte aus den boxen. als krönenden abschluss sang die band rund um campino noch einmal „an tagen wie diesen“ während man ein letztes mal luftschlangen und konfetti dabei beobachten konnte, wie es langsam auch den boden fiel. großartiger als mit diesem auftritt der toten hosen hätte man ein festival nicht beenden können.

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