hosted by katrin | konzert: itchy, donots, monster magnet, in extremo, deichkind @ rock in vienna | 04.06.2017

vor kurzem haben sich die itchy poopzkid dazu entschlossen sich umzubenennen. sie strichen das poopzkid aus ihrem namen und nennen sich von nun an nur mehr itchy. im gegensatz zu den ersten beiden tagen war relativ viel los, als die stage an tag 3 eröffnet wurde. leider war das wetter nicht mehr so voller sonne, aber ein kühler wind tat nach durchgehender hitze eigentlich auch einmal wieder ganz gut.

pünktlichst starteten itchy mit der show und fesselte die zuschauer mit rockigen klängen ab der ersten sekunde. relativ am anfang lieferten sie eine geniale aktion, indem sie der crowd einen gitarrenkoffer gaben und sie sie baten ihn in die höhe zu halten. keine fünf sekunden später sprang sänger sibbi von der bühne und securitys halfen ihm auf den gitarrenkoffer. für den nächsten song stand er über den köpfen der fans, auf einem gitarrenkoffer und brachte die menge mit seinem gesang zum staunen. wie ein echter rockstar eben.

immer wieder promoteten sie ihr nächstes album und ihren nächsten gig in wien, den sie am 1. dezember 2017 in der arena spielen werden. mit „wir sind eine band die mit ihren fans auf augenhöhe argieren, darum haben wir unsere shirts beim merch auf augenhöhe aufgehängt!“ baten sie uns mit einem lustigen spruch, später noch beim stand vorbeizuschauen, bevor sie zum abschluss ihren song „down down down“ spielten und aus dem blickfeld verschwanden.

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gleich zu beginn der donots startete im publikum eindeutig einen der größten circle pits der vergangenen festivaltage. leider begann es während dem auftritt der band zu regnen. „fängt es gerade an zu regnen?“ fragte sänger ingo und forderte alle menschen auf ihre mittelfinger in die höhe zu strecken. dort konnten sie auch gleich bleiben, denn als nächstes erschien ein „nazis raus“ banner über den köpfen der musiker und das publikum applaudierte.

die band wechselte immer wieder zwischen englischen und deutschen texten und auch die banner wurden ausgetauscht. mittlerweile regnete es immer mehr und die crowd hatte sich blaue regenponchos als schutz übergezogen. auf die frage „geht es euch gut?“ sollte nicht wie gewohnt mit „ja!“ geantwortet werden, sondern mit einem lauten und kräftigen „ho ha!“. leider verstanden das ein paar leute nicht und so entstanden lustige momente zwischen der gruppe on stage und den anwesenden menschen. immer wieder verschlug es den sänger von der bühne zum publikum, und wieder zurück auf die bühne um dort hin und her zu laufen und zum schluss fand er seinen platz in der menge, beim crowdsurfen.

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schon seit 1989 gibt es die amerikanische rockband monster magnet, dementsprechend viel bühnenerfahrung haben sie und das merkte man auch von anfang an, als sie on stage waren. sie strahlten eine enorme selbstsicherheit aus und zogen jeden in ihren bann. sie verstanden es auch die menschen ohne jegliche 0815 floskeln zum mitmachen zu animieren und trotz strömenden regens standen enorm viele menschen im freien, um sich den auftritt anzusehen. generell redete der sänger dave wyndorf nicht viel und konzentrierte sich vollkommen auf den gesang und das spielen auf seiner gitarre. die stimmung war für diese frühe uhrzeit wirklich schon total ausgelassen.

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als in extremo auf die bühne kamen war ich im ersten moment überrascht, denn plötzlich standen dort männer mit dudelsäcken und ihre outfits erinnerten mich irgendwie an den kinderfilm wiki und die starken männer. ihre show starteten sie gleich einmal mit ein paar feuerfontänen, bevor sie auf deutsch zu singen begannen. konfetti wurde in die luft geschossen und immer wieder gab es kleinere dudelsack solos. ihr slogan „quid pro quo“ stand riesengroß auf der rückwand der bühne und bekam sogar einen eigenen song.

die musik von in extremo ist schwer zu beschreiben und liegt irgendwo zwischen schottischer volksmusik und klassischem rock a la den toten hosen. die stimmung war auf jeden fall gut und pünktlich zu ihrem großen auftritt, hatte es auch aufgehört zu regnen – endlich. immer und immer wieder fuhr feuer als fixer bestandteil der show auf der bühne in die höhe und wärmte die ersten reihen für ein paar sekunden. auch ein kleiner technischer fehler tat der stimmung keinen abbruch.

„ich weiß, dass man in österreich genau so viel trinkt wie in deutschland! darum haben wir darüber ein lied geschrieben!“, war die einleitung für „sternhagelvoll“. nomen est omen, um im lateinischen zu bleiben. kurz vor schluss stand der bassist plötzlich auf einem total hohen podest und schlug auf eine trommel, die von der decke hing. als er wieder runtersprang und der letzte ton verklang, war es leider auch schon wieder vorbei mit dem auftritt von in extremo.

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der weiße vorhang fiel, deichkind kamen mit überdimensionalen gehirnen auf ihren köpfen auf die bühne und sangen passend dazu „denken die groß“. für „bück dich hoch“ dachten sie sich eine choreographie auf bürostühlen aus und bei „leider geil“ schwebte der songtitel in silbernen luftballons in der luft. bei jedem einzelnen song gab es eine mehr oder weniger aufwendige, aber trotzdem sehenswerte choreographien.

die besucher ließen sich zwar auf das was sie auf der bühne sahen ein, aber irgendwie konnte der funke nicht überspringen und man wurde mit deichkind nicht warm. als der song „voodoo“ zu hören war, stand jemand in einen schwarz-weißen kittel gehüllt in der mitte der bühne, streckte seine hände in die höhe und präsentierte sich mit einer venezianischen pestarzt maske. als das licht ausging und die bühne im finstern lag, begann die crowd von sich aus im takt zu klatschen und riefen deichkind wieder auf die bühne. „ja! klatschen kann ganz motivierend sein!“ kam es von der band, bevor man bei „porzellan und elefant“ einen tanz mit silbernen regenschirmen aufführte.

zum glück stieg die stimmung mit der zeit und auch die beats wurden immer lauter und schneller. nach einem lauten knall und luftschlangen, die das bühnenlicht reflektierten und langsam zu boden sanken, wurde die musik noch lauter, noch schneller und total schrill. das licht erinnerte an einen drogenrausch, denn man konnte es nur mehr als weißes, helles flackern erkennen. kreischen aus dem publikum. nach einem kurzen countdown, der nur von 10 – 5 hinuntergezählt wurde, kamen selbstfahrende podeste auf der bühne nach vorne gefahren und wieder trugen die künstler ihre bunt beleuchteten tetraeder auf den köpfen. „wir haben die ehre dem schöpfer zu begegnen! ferris mc ist bei euch!“ erklang aus den lautsprechern und man erkannte eine weiße solariumkabine, welche sich langsam öffnete. ein in weiß gekleideter ferris mc erschien zwischen knalligen neonröhren und „egolution“ startete. als er aufgestanden war, kamen seine „untertanen“ und beschmückten ihn mit krone, umhang und zepter, während sie synchron einen weiteren tanz aufführten.

ein absolutes highlight jeder deichkind show ist das fass. passend zu „roll das fass rein“ kam ein überdimensionales fass durch die menge gefahren, während sich deichkind darauf platzierten und den song performten. während das fass auf die bühne gehievt wurde, konnte man zu „niveau weshalb warum“ weiter in der menge tanzen. zu „hört ihr die signale“ lief man in vogelkostümen durch die leute und verlor unendlich viele federn, die auf den boden sanken und im nächsten moment schon niedergetrampelt wurden. nachdem das fass auf der bühne platziert und in die höhe gezogen wurde, erspähte man einen mann im festlichen anzug, bevor er „power of love“ sang und damit sofort jeden verzauberte. alle hände gingen synchron in die höhe und wippten im takt zu diesem schönen song. “jetzt kommen wir zum ersten höhepunkt der deichkind show!“ schrie man von der bühne und verteilte im publikum, die flüssigkeit aus dem fass, mit schläuchen. die frage „wollt ihr mit uns ans limit gehen?“ war der anfang einer totalen eskalation im publikum, mit weiteren luftschlangen, springenden und kreischenden leuten. ein crowdsurfendes schlauchboot wurde über die menge getragen und unmengen an federn wurden über den köpfen der besucher geschüttet. mit „krawall und remmidemmi“ verabschiedeten sich deichkind und ich freute mich, dass doch noch stimmung aufgetaucht war.

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