hosted by katrin | konzert: fatherson, schmutzki, the dead daisies, grossstadtgeflüster, silbermond, kings of leon @ rock in vienna | 03.06.2017

schon von weitem konnte ich beim einlass den klängen der schottischen band fatherson aus glasgow lauschen. das was ich hörte, klang sehr vielversprechend und ich beeilte mich vor die große bühne zu kommen. leider kam ich, dank meinem schlechten zeitmanagement, viel zu spät und als ich endlich am ziel war, konnte ich nur mehr sehen wie die band unter applaus die bühne verließ. als die letzten nachklingenden töne verstummten, ärgerte ich mich etwas und hoffe nun bald wieder die gelegenheit zu bekommen, mir diese band anzusehen.

„eigentlich konnten wir wegen der terrorwarnung bei rock im park fast gar nicht kommen!“, begrüßten sie uns, „aber wir freuen uns das achte mal in wien spielen zu dürfen!“. schmutzki sind eine tolle rockband aus stuttgart und brachten die crowd schon nach kurzer zeit, trotz einer enormen hitze zum tanzen. um die fans zum merchstand zu locken, bot der sänger an, dass man dann dort mit dem bassisten knutschen könnte. „stellt euch vor ich bin campino und alle gehen in die hocke!“ spornte er uns an und als wieder alle in die höhe sprangen, tanzte man mit aufblasbaren luftfiguren mit händen und haaren, die auf der bühne aufgestellt waren, um die wette. immer wieder lief der bassist mit seinem bass, quer über die bühne. seine langen haare hingen ihm dabei ins gesicht, während der sänger sich die seele aus dem leib sang. „das war für uns ein schönes festival in wien, auf der donauinsel!“ bedankte er sich beim publikum, warf seine cap zu den fans und brachte einem glücklichen fan sogar persönlich seine setlist.

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über und über behängt mit ketten, armbändern, ringen und piercings kamen die bandmitglieder der australischen band the dead daisies auf die bühne. alle trugen lange haare und einige waren bei den augen schwarz geschminkt. schon nach dem zweiten song fiel dem sänger einer der armreifen vom handglenk und wurde in einer schwungvollen bewegung von der bühne geschleudert. die musiker sahen aus, als würden sie schon jahrzehnte gemeinsam musik machen und ihren look seit der anfangszeit nie wieder geändert haben. lustigerweise gibt es die band laut wikipedia allerdings erst seit 2012. so leicht kann man sich in menschen täuschen, wenn man nur nach dem äußeren geht. sie versuchten sich für einen song, kurz an autotune, was meiner meinung nach überhaupt nicht zu ihnen passte und spielten ein solides set. immer wieder warf der schlagzeuger seinen stick in die höhe und fing ihn millisekunden später wieder auf. ich war imponiert von diesem können und schaute ihm etwas zu. leider musste ich bald feststellen, dass das alles nur teil der show war und er immer wieder einen neuen stick vom boden herauf zauberte, während die alten irgendwo auf der bühne verteilt herumlagen.

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als die berliner band grossstadtgeflüster auf die bühne kam fiel einem sofort das outfit von fronfrau jennifer ins auge. sie kombinierte eine leggins mit grünem muster, eine froschgrüne adidas sportjacke und eine schwarze bauchtasche. über der donauinsel hing ein strahlender doppelregenbogen und die augen der besucher auf den musikern. mit aussagen wie „das ist mein persönlicher florian silbereisen winkmoment und wenn ich winke, dann winken alle mit!“ motivierten sie die menschen zum mitmachen. als bei „konfetti & yeah“ plötzlich bunte luftballons in den himmel stiegen und in der sonne tanzten, war die stimmung am kochen. nach einem riesen moshpit kam die gruppe zum letzten song ihres auftritts. zu „ich muss gar nix“ eskalierten sie ein letztes mal und die berliner verabschiedeten sich mit luftküssen den worten „wir waren grossstadtgeflüster und wir haben euch lieb!“.

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komplett in schwarz gekleidet, kamen silbermond auf die bühne. auffallend waren auch die in schwarz-weiß gehaltenen videos auf der wall und der stern auf der hinterwand der bühne, auf dem unzählige male der bandname geschrieben war. nach einer kurzen anfänglichen skepsis gegenüber silbermond, bemerkte man ziemlich schnell, dass sie auch eine etwas rockigere seite an sich haben. alle songs wurden rockiger und vor allem lauter gespielt und sängerin stefanie sprang immer wieder und voller energie von kleinen podesten. bei „krieger des lichts“ gingen automatisch alle hände in die höhe und wippten gemeinsam von rechts nach links im takt. spätestens nach „irgendwas bleibt“ war klar, dass hier ziemlich viele die texte mitsingen konnten. als bei „symphonie“ die mehrheit aller besucher mitsangen, überkam mich eine gänsehaut. auch die band selbst konnte diese euphorie kaum fassen und starrte überwältigt auf die crowd herab. alle die anfangs stumm und unemotional vor sich her gestarrt haben, verwandelten sich im laufe des gigs in motivierte silbermond fans. trotz der anfänglichen kritik, ließen sich die musiker nicht unterkriegen und überzeugten mit ihrer wandelbarkeit.

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die meisten werden sich bei diesen worten jetzt sicherlich an den kopf greifen und sich ihren teil denken, denn ich muss leider zugeben, dass ich bis auf zwei songs die im radio gespielt werden, keinen plan von dieser band hatte. ich konnte nie verstehen wieso alle so vernarrt in kings of leon waren und sind. ich wollte mir selbst ein bild von ihrer live performance machen und wurde absolut nicht enttäuscht. schon nach den ersten songs war mir klar, dass das eine geniale band mit einer großartigen livepräsenz ist. der sänger hat eine wunderschöne stimme, die hervorragend mit den gitarrenlastigen melodien harmoniert. die show generell würde ich eher als unaufwendig bezeichnen, denn außer bunten visuals und bildern von der bühne, waren auf den videowalls nicht viel zu sehen. ziemlich lustig fand ich außerdem, dass der schlagzeuger komplett in weiß gekleidet an seinem weißen schlagzeug saß und in seinem mund ununterbrochen kaugummiblasen formte. besonders schön war auch das lichtdesign, welches sich immer perfekt an die stimmung anpasste. höhepunkte der einzigartigen show waren natürlich: „sex on fire“ und „use somebody“, wo jeder mitsang und momente schaffte, an die man sich gerne zurückerinnert. dank diesem auftritt kann ich nun endlich nachvollziehen, wieso diese band so eine magie auf die menschen ausübt.

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