hosted by katrin | konzert: appletree, left boy, house of pain, macklemore @ rock in vienna | 02.06.2017

während die ersten menschen durch die sicherheitskontrollen auf das gelände kamen, stand der wiener rapper appletree schon auf der bühne und eröffnete die stage für tag 1 des festivals. lässig stand er dort mit sonnenbrille und cap, rappte seine parts. dauernd bat er beim publikum um einen großen applaus, aber wie groß kann ein applaus sein, wenn vor der bühne erst eine handvoll menschen stehen? „ihr geht jetzt auf den boden! ich habe das bei 20 und bei 30.000 leuten gemacht und ich werde es auch heute machen!“ drang durch die boxen. die versammelten fans gingen tatsächlich in die knie, um nach einem kurzen countdown wieder in die höhe zu springen. er sang über skifahrer, yung hurn und wanda, bevor der auftritt dann auch schon wieder vorbei war.

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nach einer halben ewigkeit sah man left boy endlich wieder einmal auf einer bühne. diesmal mit dabei: seine frau und sein sohn, die sich die show vom dj pult aus ansahen. gleich zu beginn meinte er, dass wir die beste crowd sein sollten, denn sein sohn würde ihn heute zum ersten mal live sehen. der opener „the return of…“ passte angesichts des comebacks auf eine bühne in österreich. für die ersten songs posierte left boy vor einem schwarzen vorhang, aus dem hände ragten die sich zum beat bewegten. in einem fancy sportoutfit und mit stirnband, sprang er über die bühne und forderte wien dazu auf sirtaki zu tanzen.

in kürzester zeit verschwand das publikum in einer riesigen staubwolke und left boy prophezeite, dass das der neueste festival move werden würde. nachdem der vorhang gefallen war, verwandelte sich die bühne mit vielen überdimensionalen silbernen bällen in ein atmosphärisches raumschiff. viele tänzer tanzten in ganzkörperanzügen über die bühne und verteilten ice cream an die menge. nachdem man das eis in der luft gefangen oder vom boden aufgehoben hatte, musste man aber leider feststellen, dass es schon geschmolzen war und die anfängliche freude verschwand sofort. nach einem geburtstagsgruß an freunde, kam es zum letzten song. seifenblasen stiegen in den himmel und die bühne legte sich in grauen nebel, während „jack sparrow“ aus den boxen dröhnte und jeder lauthals zum refrain mitsang.

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nach der auflösung 1996 spielte die us-amerikanische rap band house of pain nur mehr eine anniversary tour im jahr 2011. jetzt entschieden sie sich für eine weitere neuauflebung der band und spielten am rock in vienna. menschen versammelten sich und starrten gespannt auf die bühne, während die meisten besucher aber lieber weiter weg und mit blick auf die stage in der wiese saßen.

als die männer von house of pain endlich zu sehen waren und zu rappen begannen, war die stimmung sofort da und man begrüßte sie mit lautem applaus. ganz klischeehaft trugen sie weite hosen, caps und sonnenbrillen, spielten „smoke weed everyday“. des weiteren stand auf der setlist aber auch ihr allererster „gangstersong“ den sie jemals aufgenommen haben und ein song der klang wie ein guter, alter country song. da eher weniger menschen der band ihre völlige aufmerksam zuteilten, fiel es total auf, als beim letzten song plötzlich aus allen richtungen tanzende und springende fans richtung bühne eilten, um hingebungsvoll den refrain zu „jump around“ mitsingen zu können.

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während ryan lewis schon die beats an seinem dj pult abspielte und die videowalls in eine galaxie von tausenden sternen verwandelt wurde, kam macklemore euphorisch auf die bühne und schrie „viiieeennna!“. mit „beautiful city and beautiful people“, wurden wir begrüßt und das publikum jubelte ihm zu. sofort hatte er die volle aufmerksamkeit und schaffte es innerhalb von sekunden die crowd in stimmung zu versetzen. mit „we came from seattle to vienna. it was a long plane ride, but it was fucking worth it!“ heizte er den fans ein und „thriftshop“ startete. zwischen macklemore und ryan lewis tanzten überall tänzer, aufwendig geniale choreographien, während zu „brad pitt’s cousin“ süße kleine katzenbabys auf der videowall zu sehen waren. wie ein balletttänzer schwebte macklemore über die bühne, während ein musiker sein trompeten solo zum besten gab.

zur politischen lage in amerika hatten die beiden auch etwas zu sagen, deswegen spielten sie „fdt – fuck donald trump“ und wie auf kommando gingen alle mittelfinger hoch. auch ein cover von dem red hot chili peppers song „otherside“ wurde mit neuem text zum besten gegeben. jeder song wurde so großartig und voller emotionen vorgetragen und immer stimmten die visuals auf den videowalls perfekt zur aufkommenden stimmung. man wollte an diesem abend auch einen kleinen weltrekord aufstellen, den rekord wo die meisten menschen am gleichen ort und gleichzeitig anfangen zu springen. nach ein paar sekunden auf und ab hüpfen war das dann aber auch schon wieder vergessen und man kam zum nächsten hit. während „can’t hold us“ kam macklemore runter zur crowd und ging mit den ersten reihen voll ab. plötzlich verschwand er kurz aus dem sichtfeld, um mit einer blonden langhaarperücke und einem glitzerumhang auf den schultern, wieder zurück zu kommen – passend zum song „and we danced“ tanzten sich alle die seele aus dem leib. zu „dance off“ durften dann zwei menschen aus dem publikum für ein kleines „dance battle“ auf die bühne und wurden von der crowd tatkräftig mit applaus unterstützt. als highlight gab es zum abschied noch ein kleines feuerwerk, welches die nacht mit kleinen funken erhellte.

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