hosted by tanja | konzert: feine sahne fischfilet, irie révoltés, gogol bordello, flogging molly @ two days a week im festivalpark st. marx | 06.07.2016

das two days a week ist übersiedelt: und zwar von der ottakringer arena wiesen in den festivalpark marx halle. ich durfte für wienkonzert das spektakel als rasende reporterin begutachten. um ehrlich zu sein, etwas skeptisch war ich anfangs schon. ein kultiges festival wandert einfach von der idyllischen location in wiesen nach wien. für mich als „wahl-wienerin“ und „zu-faul-fürs-campen-tussi“ perfekt. jedoch fragte ich mich schon ob da ein festivalfeeling aufkommen kann. noch dazu war das line-up jetzt nicht außergewöhnlich. wie auch immer – ich trudelte gemeinsam mit 1000 anderen menschen pünktlich um 14:30 uhr in der marx halle ein.

ich betrat die marx halle und schon streckte sich mir von der bühne ein nackter arsch entgegen – das bühnenbild von feine sahne fischfilet. das sextett hat um 15:00 uhr das fest gebührend eröffnet. die punks aus mecklenburg-vorpommern sind (glaube ich) in österreich noch weniger bekannt, aber ich bin mir sicher, das wird sich noch schnell ändern. die jungs gaben nämlich der noch halb leeren halle ziemlich stoff. sie starteten mit „für diese eine nacht“ – meiner meinung nach eines ihrer besten nummern (subjektiv gesehen). danach folgte ein hit nach dem anderen. feine sahne fischfilet, die dafür bekannt sind spaß mit einer klaren politischen haltung zu vereinen, riefen zwischen ihren songs immer wieder zu mehr toleranz und gegen rassismus auf. und spätestens als die band ein fass mit pfeffi (pfefferminz-schnaps) auf die bühne rollte, konnten sie die herzen aller bereits anwesenden erobern. sie schafften es sogar, dass sich eine riesen „wall of death“ bei „komplett im arsch“ bildete, und das um 15:50 uhr. ich muss sagen das war ein konzert nach meinem geschmack und auch mein persönlicheshighlight dieses tages.


zwischen den bands war immer eine halbe stunde pause. die brauchte man auch um draußen luft zu schnappen. in der halle war es wirklich stickig und heiß. gestärkt mit einem spritzwein ging es dann weiter mit silverstein. ich dachte mir nur: was hat silverstein hier verloren? die passen nicht zu diesem line-up. und ja, nach den ersten paar nummern hat sich das dann auch (meiner meinung nach) bestätigt. aus diesem grund kann ich zu der post-hardcore-band auch nicht viel sagen, außer dass es wirklich wirklich wirklich laut war. meine begleitung und ich machten es uns also draußen gemütlich und freuten uns auf irie révoltés.

schon zu beginn ging es richtig ab. die irie révoltés verschmelzten mehrere musikrichtungen, so ist fast für jeden etwas dabei. ein bisschen reggea, ein bisschen ska, ein bisschen punk und natürlich hip-hop und elektro. da kann man nicht ruhig bleiben. wie feine sahne fischfilet, sind ihre texte (welche teils deutsch, teils französisch sind) sozialkritisch. auch sie haben immer wieder gegen menschenverachtende einstellungen und für mehr aktivismus aufgerufen. soviel getanzt hab ich echt schon lange nicht mehr … und es wurde noch mehr, denn im anschluss kam gogol bordello.

gogol bordello, ebenfalls oft auf festivals vertreten, werden nie langweilig. auch wenn man die texte der gypsy punks nicht oft versteht ist auch ihre musik wunderbar tanzbar. leider musste ich mir die meisten nummern von der meterlangen schlange vorm wc aus anhören. denn so „nett“ die halle auch ist, hier gibt es sehr sehr sehr wenige klos. sogar bei den männern bildete sich eine elends lange schlange. somit ging eine halbe stunde drauf. aber damit konnte ich leben, denn ich musste mich ja ohnehin ausruhen bevor flogging molly kam.

flogging molly gehören einfach zum two days a week bzw gehören follging molly mindestens einmal im jahr auf eine österreichische festivalbühne. ja, jeder hat die iren schon gefühlte 1000 mal gesehen, aber jeder kennt die meisten songs und somit entsteht immer eine bombenstimmung. sie wurden mit dem isländischen jubelschrei „huh“ begrüßt (keine ahnung warum, war aber witzig). danach fetzten sie, wie gewohnt, richtig weg. die mittlerweile gefüllte halle tanzte. jeder tanzte, einfach jeder. ich hab niemanden gesehen der nicht tanzte. und das sogar zu den neuen songs ihres neuen albums. die zeit verging wie im flug und schon verabschiedeten sie sich. sie waren die eigentlichen headliner dieses festival-tages. weil ja, five finger death punch…was soll ich dazu sagen….mag ich persönlich nicht. ich kann nicht viel mit ihnen anfangen. verstehe auch hier nicht, warum sie überhaupt am two days gespielt haben. aber gut, wird schon einen grund haben. ich bin auf alle fälle nach flogging molly abgezogen. war auch schon genug, für eine alte dame wie mich, hihi.

zusammenfassend: tanzbarer festival-tag mit klaren politischen ansagen. und bis auf silverstein und five finger death punch war das line-up sehr stimmig. trotzdem hoffe ich, dass das two days a week wieder in eine grüne, naturelle location umzieht und länger als einen tag dauert. wäre sonst wirklich schade drum.

Comments

  • Manuel P Manuel P Juli 12, at 12:30

    Schlechtestes Review aller Zeiten

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    • ndreya ndreya Juli 12, at 12:54

      sorry, wir bemühen uns wieder bessere reviews zu machen. das nächste folgt heute abend! 🙂

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  • Peter Peter Juli 12, at 12:45

    Ich kenne five finger death punch auch nicht. Aber ich hätte trotzdem gern gewusst wie sie waren.
    Wenn man ein festival review schreibt, sollte man auch versuchen, bands zu sehen die man nicht kennt. Vielleicht wärst du ja positiv überrascht gewesen. So finde ich das ganze review zu sehr an deinen Geschmack angelehnt, und zu wenig objektiv.

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    • ndreya ndreya Juli 12, at 12:55

      hallo peter, sei ein bisschen nachsichtig, es war ihr erstes review und es ist noch kein meister vom himmel gefallen 🙂 nächstes mal wird objektiver berichtet, versprochen! liebe grüsse, andrea / wienkonzert

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