konzert #54: destroyed but not defeated, trümmer, farewell dear ghost @ donaukanaltreiben | 27.05.2016

an jenem sommerlich, leicht schwülen freitag war es soweit: das alljährliche donaukanaltreiben stand wieder am programm. das line up war so grandios, dass ich mich bereits gegen 18 uhr an ort und stelle (genauer gesagt bei der salztorbühne) wieder fand.

als ersten act hatte ich mir „destroyed but not defeated“ ausgesucht. die wiener band, die meiner meinung college-rock für erwachsene macht, kam gut gelaunt auf die bühne und versprühte rock’n’roll spirit. dieser spirit brachte das schüchterne publikum leider nur zum mitnicken und nicht zum ausgelassenen tanzen. so sehr sich die band auch bemühte. was sie aber herbeispielten war etwas regen, der zum glück nur kurz verweilte. fazit trotz lahmer menschenmasse: destroyed but not defeated kann man sich immer wieder egal in welcher umgebung zu gemüte führen. gute band!


es machte den anschein, als ob alle nur auf eine band gewartet hätten: trümmer! denn kurz vor dem gig wurde es richtig voll und das wohl zurecht. die truppe aus hamburg wird im alternativ-radio fm4 auf und ab gespielt, hier keinen ohrwurm zu erhalten und das bedürfnis nach einem live-konzert zu bekommen ist eigentlich unmöglich.

zu beginn war das wiener publikum natürlich immer noch schüchtern, aber das legte sich von song zu song. klug und durchdacht war das set aufgebaut, spätestens bei „wo ist die euphorie“ breitete sich völlige ekstase und gänsehaut-feeling aus. die interaktion zwischen band und den anwesenden menschen war für mich als konzertkritiker ein traum – frontmann sagte etwas, publikum führte es aus. so muss das sein! sogar die letzten skeptiker (zum beispiel meine begleitung) wurden überzeugt und ich vernahm ein „allein wegen diesem einen song war es wert hierher zu kommen“.

für mich gab es viel zu viele highlights und die meisten musikalischer art sind sogar auf dem neuen album „interzone“ zu finden. deswegen lies ich es mir nicht entgehen die schallplatte direkt im anschluss zu kaufen, denn ohne „europa-mega-monster-rave“, „grüße aus der interzone“ und „dandys im nebel“ wollte ich nicht mehr schlafen gehen.


ganz schnell ging es zu „its all about the meat baby“ und dem gig von farewell dear ghost. dass dort derart viele menschen sein würden, hatte ich zwar vermutet, aber dass es wirklich gar keine chance mehr gab, den auftritt konzertgerecht zu sehen und zu hören, damit hatte ich nicht gerechnet. und was macht man, wenn man weder etwas sieht noch etwas hört? nach einer alternative suchen. nein, nicht zu einer anderen band gehen, einfach die perspektive ändern. also rauf auf die strasse und das ganze von oben betrachtet. denn oben war genug platz, der sound war gut und man konnte alles sehen (auch was „hinter der bühne“ abging).

farewell dear ghost punkteten mit ihren alten und neu dazugekommenen hits. von oben sah man gut, wie die menschen fröhlich mitwippten. die band selbst war ebenso gut gelaunt und vollbrachte einen schönen gig, auch wenn die location wohl wirklich besser sein hätte können. absolutes highlight des auftritts: drummer fö mit catastrophe&cure-gehilfe trommelnd durch das publikum gehend.

alles in allem solide und schön. aber an die veranstalter des donaukanaltreibens hätte ich noch eine bitte: so eine band bitte auf eine große bühne stellen. dann ist das publikum vielleicht noch ein bisschen glücklicher, die band sowieso und alles wäre besser als es eh schon ist. ja? und by the way: ich lies den abend noch beim neuen ferdl-lokal „spritza statt nizza“ ausklingen und kann euch dort sehr die brombeer-limonade empfehlen. cheerio!


Comments

  • Ramona Pietsch Ramona Pietsch Juni 02, at 14:07

    Du machst mich mit deiner Trümmer-Euphorie total neugierig auf die Band 😀 und seitdem egoFM die auch rauf und runter spielen, willl ich die jetzt auch endlich mal live sehen.

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