konzert #36: der nino aus wien, wanda @ the first waltz im gasometer | 17.04.2015

wegen meinem vollen terminplan konnte ich es nicht einrichten, schon von beginn an beim „first waltz“ dabei zu sein. völlig abgehetzt traf ich erst gegen halb 10 im gasometer ein und musste mich erstmal akklimatisieren. es war alles vertreten: von pensionisten bis zu kreischenden teenie-mädchen, von intellektuellen brillenträgern bis zu langhaarigen hippies, wirklich jede art von mensch war anwesend. aber alle hat sich etwas gemeinsam: die musik und… bier!

kurz nach meiner ankunft schlenderte auch schon der nino aus wien aufs bühnenparkett. die spannung stieg, denn vor einigen wochen durfte ich den herren zum thema konzerte interviewen (zu lesen hier) und ich war gespannt, wie er sich vor ausverkauftem hause präsentieret – oder eben nicht präsentiert.

zu beginn war ich dann doch etwas gelangweilt. der nino spielte zwar ganz gut, aber es war mir teilweise zu ruhig, zu wenig power, zu austauschbar. auch seine gastsängerin brillierte nicht unbedingt, denn sie machte das, was für mich ein absolutes no go bei konzerten ist: vom zettel ablesen! auch merkte man im publikum, dass die unterhaltungen untereinander spannender waren als dem musiker auf der bühne zuzuhören und dementsprechend laut konnde man die besucher quatschen hören. ob er das noch retten konnte? ja, konnte er!

die zauberformel hieß „ein cover spielen“ – oder zumindest sowas ähnliches. „abtauen girl“ erklang und schnurstracks hatte er wieder die volle aufmerksamkeit der menschenmenge. ein paar weitere, schnellere nummern folgten und somit brachte er den zuvor fehlenden schwung in die halle. am ende tanzten sogar alle anwesenden und der letzte song glich einem regelrechten abriss, ein triumphzug!





ich habe bereits zwei konzerte von wanda gesehen und jedes war der pure wahnsinn. deswegen erwartete ich diesmal eigentlich nicht viel, denn: die herren von wanda sind auch nur menschen und müssen doch irgendwann mal müde werden, oder? oder können die wirklich immer vollgas geben?

das drängen zu beginn der show war ein bisschen unheimlich, wie als wenn eine amerikanische boyband auf der bühne stehen würde. aber es waren wanda, die mit ihrem opener „luzia“ sofort das publikum in ihren bann zogen. okay, ich sah, sie werden nicht müde, sie werden immer besser! und ich kann es nicht mal beschreiben was es ist, was die band so unglaublich gut macht.

es ging schlag auf schlag, eine nummer jagte die andere und es konnte so gut wie jeder text von der menge mitgesungen werden. ein freudiges und vor allem erleichterndes lächeln kam immer wieder über die lippen der bandmitglieder. man wäre am liebsten auf die bühne gesprungen und hätte sie alle umarmt. also, als sie noch nicht so arg schwitzten.

man hatte es erwartet, dass es bei einem song dann wirklich ärgstens abgehen würde… und als „bologna“ erklang war kein halten mehr im publikum. mädchen schrien sich die seele aus dem leib, hüpften und konnten ihr glück kaum fassen – ältere menschen klatschten fröhlich mit. es bewegte sich jeder mensch in irgendeiner form im gasometer, auch die menschen auf den sitzplätzen waren mittlerweile alle aufgesprungen, sangen und jubelten.

highlights: ganze 2x warf sich marco michael wanda in die menge um crowdsurfend kontakt zu seinen fans aufzunehmen. die „amore“-zwischen-gesänge, die zwischenansagen und überhaupt alles dazwischen klang immer natürlich und animierte wirklich jeden im saal. bologna war einfach ein hörbarer traum! und: ein song wurde im jamsession-stil performt und machte einem bewusst, dass da ernstzunehmende musiker auf der bühne stehen.

zum schluss und als dritte zugabe wurde nochmal „luzia“ gespielt, dabei ging das mikrophon im publikum verloren und es herrschte ein bisschen chaos auf der bühne – aber nichts desto trotz war es grandios und einfach der pure wahnsinn!

und eigentlich kann ich es nicht beschreiben, was es ist, was wanda so unglaublich hörenswert macht. warum die band nie genervt wirkt, sondern immer fröhlich und unglaublich sympathisch rüberkommt. warum jeder song ein kleines meisterwerk ist. warum die stimmung bei wanda immer so phänomenal gut ist. ich kann es nicht beschreiben, man muss es einfach selbst erlebt haben.






Comments

  • thepunktheory thepunktheory April 20, at 14:08

    Den Nino habe ich letztes Jahr mal live gesehen. Da hat er zwar super gspielt (live viiiiel besser als auf CD) aber persönlich wie nach der Show noch rausgekommen ist, war er extrem arrogant.

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    • ndreya ndreya April 23, at 11:13

      Oje, das ist blöd dass du so eine Erfahrung gemacht hast. Ich fand ihn beim Interview ganz nett und höflich, manchmal ist er zwar ein bisschen abwesend aber das ist so seine Art glaub ich.

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