konzert #2: lukas maletzky, stuard, onk lou @ shelter | 08.01.2014

singer/songwriter nacht im wiener shelter. wenn man nicht zufällig einen der drei herren kennt, kommt man eher nicht auf die idee an einem mittwoch abend in den 20. wiener gemeindebezirk zu gurken. kennen tu ich zwar auch keinen persönlich, aber zumindest hab ich „onk lou“ schon mal gesehen und gehört und das veranlasste mich das shelter aufzusuchen.

circa 20 leute fanden sich ein um das geschehen zu beobachten. ein bisschen traurig irgendwie, dass nicht mehr menschen den weg hingefunden haben, aber solche intimen konzerte können ja auch ganz nett werden. lukas maletzky machte den anfang. singen konnte der herr wirklich gut, bei den skills auf der gitarre könnte er aber noch nachlegen. als jahrelange gitarristin fällt mir da leider jeder patzer auf.

für einen song holte sich lukas maletzky eine weibliche verstärkung auf die bühne – gemeinsam harmonierten sie wirklich perfekt. vielleicht sollten sie doch eher nur im duo auftreten? alles in allem gute songs, gute stimmen…aber man merkte deutlich, dass er das noch nicht allzu lange macht mit den auftritten.

es folgte stuard. ich war gespannt, zumal ich bei der bar ein plakat von ihm sah, dass er letztes jahr im chelsea seine albumrelease-party feierte – also schon so ein großer? das ganze wurde aber sehr ernüchternd als ich sah, dass er sich einen notenständer mitsamt seiner mitschriften bereitstellte. ähm, nicht sehr professionell, oder? wenn man sich nicht mal merken kann, wie man seine eigene musik spielt, wie will so ein mensch ein richtiger live-musiker sein?

er startete und fügte des öfteren ein paar sätze hinzu, worum es sich im song handelt und versuchte zu scherzen. irgendwie fand ich das aber weder lustig, noch glaubhaft – ich mein, ein notenständer auf einer bühne geht einfach gar nicht. übertriebene gesten, visuals mit bildern von sich selbst im hintergrund – dieser mann muss verdammt verliebt in sich selbst sein.

doch mein „highlight“ war, als er versuchte mitten im set seine gitarre zu stimmen. entweder hat er noch nie eine gitarre gestimmt oder er war so aufgeregt, dass er nicht (mehr) wusste, wie das funktioniert. minutenlang schraubte er an der d-saite seiner gitarre herum, aber nicht minimal sondern einmal ganz tief und einmal ganz hoch und irgendwie konnte er sich nicht entscheiden, welchen ton er denn nun möchte. sehr seltsam, das ist doch normal das erste was man beherrscht, wenn man beginnt ein instrument zu lernen. und was noch dazu kam, er behandelte seine gitarre nicht wie eine gitarre, viel eher schlug er drauf ein, als wär es ein boxsack. noch nie hatte ich so gehofft, dass ein auftritt so schnell wie möglich vorbei ist…

nach dem gig von stuard konnte es nicht mehr schlimmer werden. onk lou betrat das bühnen-parkett und endlich sah ich an diesem abend einen menschen, der mit leib und seele musiker ist. mittlerweile war es ziemlich kalt im shelter und „onk lou“ griff dieses thema gleich auf um es für seine show zu nutzen. „ist euch auch so kalt? ich hab eine tolle aufwärm-übung… klatschen!“ und es funktionierte tadellos, auch wenn die publikumsanzahl sich etwas verringert hatte.

jeder akkord auf der gitarre wurde perfekt gespielt, seine stimme erinnerte mich sehr an joe cocker – so kraftvoll und voller emotion. zu den richtig guten songs, kamen immer wieder mal lustige (wirklich lustige) zwischenansagen – ein richtiger entertainer! der kleine konzertsaal füllte sich wieder zusehends – kein wunder, denn da war ein wahrer meister am werk.

gottseidank wurde für diese singer/songwriter-nacht noch onk lou engagiert, er rettete den abend weil er musik wirklich im blut hat. ich musste dann leider ziemlich früh gehen, um noch öffentlich nachhause zu kommen…aber ihr könnt es euch schon denken: ich wäre wirklich gerne noch länger geblieben und kann nach diesem abend wirklich nur einen künstler empfehlen: onk lou.

Comments

  • Sophie Willner Sophie Willner Januar 11, at 14:28

    Sehr entleerte Frau Brüstungsjournalistin,
    selten habe ich eine so schrecklich negative und zynische Rezension gelesen, wie diese.
    Es würde mich sehr interessieren, welchen Sinn Sie in ihrem nur allzu ungnädigen Blog sehen.
    Ich gehe nicht davon aus, dass Sie geplant haben aufstrebenden Musikern etwas weiterzuhelfen, vielmehr hat es den Anschein Sie wollten sich mit Negativpublikationen á la Lester Bangs als voll total kritische und eloquente Meinungsfachfrau etwas brüsten.
    Zuerst plädierte mein Kopf auf „schlechter Tag“, dann aber las ich ein paar andere Rezensionen Ihrerseits und was sah ich?
    Eine „Musikjournalistin“ höchstens im ersten Semester, höchstens einmal freiberuflich angestellt in öffentlichen Schundblättern, erzählt sie war auf einem Konzert und ist bei der zweiten Band kurz nach der Hälfte gegangen, schreibt das als Krönung auch noch in ihren Artikel und als Sahnehäubchen eine NEGATIVE Rezension über letztere!
    Als Sie sich mit „“jahrelange“ Gitarristin“ ausgeschmückt haben, begann ich sehr genau aufzupassen und da ich auch selbst das Glück habe „jahrelange“ Gitarristin zu sein und anwesend gewesen zu sein habe ich bemerkt, dass es sehr kalt war und dieser Zustand einem Gitarristenfingersatz eher nicht zuspricht (das hätten Sie berücksichtigen können als „jahrelange“ Gitarristin).
    Und Stuard, ja den habe ich mir auch angehört und was Sie hier als „einschlagen wie auf einen Boxsack“ tituliert haben, war für mich eher ein Zeichen für Enthusiasmus und Courage, noch dazu im Bewusstsein vor solch unbarmherzigen und grenzwertig schreibfähigen Menschen wie Ihnen Gefühle zeigen zu müssen/wollen, was Sie als „jahrelange“ Gitarristin natürlich total verstehen müssten. Weiters an Ihrer Erfahrung mit dem Musikgeschäft lässt mich Ihr Notenständer-und-so-was-soll-ein-echter-Vollblutmusiker-sein Hirnfurz zweifeln. Würden Sie wissen, dass sogar Künstler wie Shakira und Beyoncé einen Teleprompter mit Lyrics für Live-Auftritte verwenden, würden Sie wohl anders darüber denken und schreiben (auch große Poeten wie Allen Ginsberg haben ihre Texte vor Publikum abgelesen). Die Visuals nimmt der Mann ganz einfach um sein Album zu promoten, die fordern nur auf, sich das Logo anzuschauen und ein bisschen selbstverliebt muss man ja auch sein, wenn man auf der Bühne steht, sonst wird man von solchen Menschen wie Ihnen mit Haut und Haaren gefressen. Zudem kommt noch Ihr etwas sarkastisches „Highlight“ des Abends, als Stuard die von Ihnen so schön spezifisch erwähnte D-Saite stimmte (er stimmte seine ganze Gitarre, weil sie sich wegen der Kälte und des Reindreschens verstimmte).
    Das ist auf keinem Auge objektiver Fachjournalismus und ich rate Ihnen viel zu üben, zu recherchieren und Groß- und Kleinschreibung zu beachten. Sie sollten dazu vielleicht noch den Grund überdenken, warum Sie Musikjournalistin werden wollen (außer, dass Sie Musik so total lieb haben, so geht es uns nämlich allen) und vielleicht aufhören kleine ungehörte Acts noch vor der Chance größer zu werden in der Luft zu zerfetzen, nur aus Selbstgerechtigkeit. Sie könnten ihren Häckseljournalismus vielleicht auch einmal in kleinen, radikalen Studentenzeitschriften an Politikern ausprobieren, aber bitte vorerst mal nicht an ungehörten Musikern, die haben es ohnehin schon schwer genug.

    Mittelachtungsvoll
    Die Kommentatorin

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  • ndreya ndreya Januar 11, at 14:56

    ui, auf so ein kommentar hab ich bereits sehnsüchtigst gewartet 🙂 erstens: ich schreibe klein weil ich es schöner finde, ich bin mir im klaren, dass das nicht der „korrekten“ deutschen rechtschreibung entspricht aber es ist mir ehrlich gesagt: egal. 😉 es ist mein blog und ich darf hier schreiben wie ich will. zweitens: der sinn dieses blogs … na was wohl 😉 leute animieren, mehr auf konzerte zu gehen und sich mehr für musik zu interessieren, vor allem für gute musik. es ist ja lieb von ihnen, dass sie „stuard“ so in schutz nehmen wollen, aber warum soll ich hier etwas schön reden, was mir schlichtweg einfach nicht gefallen hat? oder soll ich künstler, die mir nicht gefallen, einfach auslassen? dann ist es ja auch langweilig. sehen sie es so, auch schlechte kritik bringt einen menschen weiter und auch jede kritik, ob positiv oder negativ, ist „werbung“. also bitte nicht immer alles so ernst nehmen und außerdem: das ist nur ein blog 😉 keine angst, ich arbeite nicht als musikjournalistin, das hier ist einfach nur mein hobby und ich werde für das nicht bezahlt, deswegen: no worries 😉

    auch wenn ich es „berücksichtigen“ könnte, dass es kalt war und man deswegen „nicht so gut“ gitarre spielen kann…das interessiert den konsument der am ende eine cd kauft genau gar nicht. und wegen des gitarre stimmens: das weiß ich, dass er die ganze gitarre gestimmt hat aber was er mit der d-saite aufgeführt hat, hab ich einfach noch nie gesehen 😉 und ich hab wirklich schon viel gesehen 😉 und wegen dem notenständer: ich versteh es, dass man einen benötigt bei blasinstrumenten oder sonstigem, aber bei akustik shows… ich weiß nicht. lukas maletzky und onk lou haben’s ja auch ohne hilfe geschafft 😉

    deswegen: ärgern sie sich nicht, das ist ein blog, das ist lediglich die meinung von mir und ich kann die musikszene genauso wenig beeinflussen wie andere „musikjournalisten“ es tun. und wenn doch, dann sollten sie vielleicht auch darüber nachdenken über die musik, die sie so mögen, zu schreiben. also worauf warten sie, starten sie einen besseren blog 🙂

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    • Sophie Willner Sophie Willner Januar 11, at 16:44

      Sehnsüchtigst gewartet? Wieso, haben Sie gewusst, dass das Leute verärgern und verletzen wird? Dann ist das ja noch weniger okay, in meinem Weltbild zumindest.
      Auch als Hobbyjournalistin werden Ihre Blogs von relativ vielen Leuten gelesen und sobald diese auf Ihre Meinung vertrauen, sind solche Leute wie Stuard nach so einer Rezension auf gut Deutsch gearscht und kommen nicht weiter nach vorn, sondern allerhöchstens weiter weg von der Bühne. Anstatt NUR negative Kritik an Stuard zu lassen, hätten Sie doch auch positive Aspekte zeigen können, tut ja nicht weh, vor allem bei einem Musiker, der gerade versucht etwas durchzukommen.
      Das mit dem Teleprompter hab ich Ihnen ja schon gesagt, nicht nur er legt sich seine Texte zurecht, sondern auch die ganz Großen (er kann sich eben keinen Teleprompter leisten), mancher braucht das und mancher eben nicht, aber es ist keine Schande sichergehen zu wollen, dass man keine Textfragmente vergisst, damit das Publikum auch die erwartete Professionalität in dieser Hinsicht zu erfahren bekommt.
      Ich glaube, Sie sind sich Ihrem möglichen Einfluss nicht bewusst, auch wenn Ihr Blog nur recht klein ist, hat er sicher genug Leser, die jetzt sicher kein Konzert von Stuard mehr besuchen werden, ohne ihn je überhaupt gehört zu haben.
      Ob Hobbyjournalistin oder nicht, eine gewisse Verantwortung haben Sie, das wissen Sie hoffentlich und anstatt brutal auf die Leistungen solcher Menschen ohne Respekt für ihre Anstrengung aus Lust und Laune einzuhämmern, könnte man ja auch mit etwas Mitgefühl agieren und Ihnen etwas Gutes tun mit einer zumindest objektiven Rezension: Einfach nur so zum Spaß 😉 ,denn das ist genau so schwer wie eine negative Rezension zu schreiben.

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  • ndreya ndreya Januar 11, at 17:10

    es ist egal was man schreibt, es gibt IMMER leute, denen etwas nicht passt. und ich schreibe nicht absichtlich schlecht über jemanden, ich schreibe es so, wie ich es empfunden habe und so werde ich es auch weiterhin tun, sonst kann ich gleich zu einer kronenzeitung gehen, einfach nur um „irgendwas“ zu schreiben. aber natürlich nehme ich auch aus ihrer kritik etwas mit und versuche in zukunft, zumindest irgendeinen positiven aspekt bei einem auftretenden künstler zu suchen. nur bei diesem beitrag wohl nicht mehr.

    schön und gut, ich weiß nicht in welcher beziehung sie zu diesem „stuard“ stehen – ich bin völlig vorurteilsfrei hingegangen und habe mir meine meinung gebildet. vergessen sie nicht: manchmal ist auch ein beitrag wie der meine, ein ansporn sich einen künstler auch anzusehen, auch wenn ich ihn persönlich nicht gut finde.

    sind sie schon jemals auf der bühne gestanden und haben einen text vergessen? das zauberwort heißt „improvisation“. es ist nicht schlimm, wenn man etwas vergisst, sowas kann passieren wenn man aufgeregt ist. wenn man improvisiert oder es sich nicht anmerken lässt, etwas „vergessen“ zu haben, merkt das so gut wie niemand im publikum. und wenn doch, kann es einen menschen sehr sympathisch machen und das sogenannte „eis“ brechen, wenn man fehler zugibt. by the way: vielleicht sollte sich „stuard“ nicht so hohe ziele stecken, sondern eher wenige songs, diese aber auswendig und aus vollem herzen rüberbringen.

    das was sie als „professionell“ erachten, empfinde ich persönlich eher als respektlosigkeit gegenüber dem publikum. da kann sich ja jeder mit einer gitarre und einem notenblatt raufstellen und drauf los trällern. sowas gefällt mir nicht, sowas fühlt sich für mich nicht richtig an. er mag vielleicht ein gutes album haben, aber was bringt ein gutes album und gute songs bei so einer performance? und: wie respektlos ist es eigentlich auf die bühne zu spucken, vor allem wenn auch danach noch jemand diese betreten soll. ich war richtig schockiert und konnte nicht nachvollziehen was in diesem menschen vorgeht, ganz gleich wie die musik ist/war – wenn er das immer macht, wundert es mich nicht, dass er um’s „durchkommen“ ringt.

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  • Sophie Willner Sophie Willner Januar 11, at 18:19

    Freut mich zu hören, dass Sie etwas Einsicht zeigen und so will ich mit Ihnen gleichziehen und trotz meiner etwas missgünstigen Lage gegenüber Ihrer bisherigen Rezensionen trotzdem meine Wertschätzung für Ihre Beschäftigung beipflichten (nicht jeder nimmt sich unbezahlt die Zeit für so etwas).
    Ich stehe in keiner Weise Stuard nah, falls Sie das vermuten, aber ich war recht erschrocken über die hundertprozentige Negativität, die dem armen Kerl zuteil wurde.
    Das mit der Improvisation ist so ein Aspekt, der einfach nicht so einfach funktioniert, James Brown kann Texte improvisieren, weil es bei James Brown genau um solche Sachen geht, aber ein Singer-Songwriter schreibt Texte ohne Absicht Blödsinn ohne sinnentlehrte Sachen zu erzählen und bei Improvisationen kommt meistens nicht das Sinn- und Formangepasste heraus, das man sich im Vorhinein für seine Texte vorstellt. Das mit dem Spucken war ohne Frage dämlich…
    Und jetzt verabschiede ich mich und schaue erwartungsvoll in Richtung Ihrer nächsten Rezension, hoffe Sie verstehen mich etwas besser, ich Sie auf jeden Fall, weitermachen, man lernt ja immer dazu.

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